„Polizei. Notruf“, schnarrte eine unsympathische Stimme. „Guten Tag. Mein Name ist Béatrice de Bayonne. Ich …“ „Die Hübsche, die dem vorlauten Rentner den Sack mit heißem Kaffee verbrüht hat? Der in die Unfallklinik musste, wo sie seine Nüsse abkühlten?“ Er lachte derbe. „Er war gemein und aufdringlich, sogar vulgär“, sagte Baskie. „Außerdem ist das lange her, und es war eindeutig Notwehr. Ich …“ „Wir hören, Soldatin“, spottete er. „Ich stehe bei den römischen Särgen“, sagte Baskie sachlich. „Und? Geht‘s noch weiter, oder war das die ganze Geschichte diesmal? Das ist hier der Notruf, Chérie.“ Die Kollegen im Hintergrund lachten immer noch. „In einem der Sarkophage liegt eine Leiche.“ „Sind das Knochen aus der Römerzeit?“ Der Ton hatte seine ätzende Ironie verloren. Ob er in Betracht zog, dass sie recht hatte? Falls dem so war, würde sich der Diensthabende das Tonband Dutzende Male anhören und ihn gehörig zur Sau machen. „Männlich, circa vierzig Jahre alt. Südländischer Typ.“ „Sind Sie sicher, dass es eine Leiche ist? Ist der Kopf ab oder so?“ Niemand lachte mehr im Hintergrund. „Schlimmer.“ „Wie meinen Sie das?“ Nun klang der Beamte nicht mehr ganz so entspannt wie zu Beginn des Telefonates.

Erscheint am 01.03.2021.

Lyonel Athen

Lyonel Athen hat sich nach einer Romanfigur von Urs Freinsheimer benannt, einem anderen Krimi-Autor bei bookshouse. Lyonel hat in Hamburg, München und Amerika gearbeitet und wohnt nun in einem Winzerort in der Rhein-Neckar-Region. „Baskie“ ist der erste Roman seiner Reihe um ein junges Paar, das unfreiwillig in allerhand Abenteuer gerät (Erscheinungstermin Mai 2020). Der zweite Band, „Mick“, wurde gerade abgeschlossen.  

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